Man kann jemanden jeden Tag gern sehen, zusammen Mittag essen und hervorragend arbeiten, ohne daraus automatisch Wochenendfreundschaft machen zu müssen.
Eine gute kollegiale Beziehung ist nicht die Vorstufe zu etwas Besserem.
Manchmal ist sie bereits genau die richtige Beziehung.
Wenn Arbeit und Freundeskreis fast deckungsgleich sind, verändert eine Kündigung, Versetzung oder größere Umstrukturierung plötzlich zwei Lebensbereiche gleichzeitig. Das muss nicht gegen Freundschaften im Job sprechen. Es macht nur sichtbar, wie viel soziale Infrastruktur an einem Arbeitgeber hängen kann.
Wenn fast alle neuen Freunde aus demselben Team kommen, würde mich ein Konflikt dort doppelt beschäftigen.
Dann ist nicht nur der Arbeitsplatz unangenehm.
Plötzlich hängt auch die Frage, mit wem man Freitagabend etwas macht, an derselben Gruppe.
Freitagabend mit Kollegen außerhalb der Arbeit. Erste zehn Minuten: Urlaub, Wohnung, Wochenende. Danach eine Stunde über denselben internen Prozess wie um 15 Uhr. Das Büro kann erstaunlich problemlos mitkommen, obwohl niemand den Laptop eingepackt hat.
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